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Bewerten schafft keine Klarheit – es ersetzt sie.
Je stärker der Drang, einen Stempel aufzudrücken, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, ein Phänomen wirklich zu sehen und zu erfassen.
Als würde die Klarheit uns durch die Finger rinnen, je schneller wir verstehen und die Frage abschließen wollen.

Einer der Vorzüge der Meditation ist die Fähigkeit, die eigenen Gedanken ohne Verurteilung und ohne Bewunderung zu bemerken. Gedanken sind wie Blätter, die auf einem Fluss treiben.
Einfach so, wie sie sind: nicht gut, nicht schlecht – einfach Gedanken. Dieser Zustand der Aufmerksamkeit erlaubt es, den inneren Vorgang klarer zu sehen: sich nicht in ihm aufzulösen, sondern ihn zu erkennen.

Wenn wir einen Gedanken bemerken, haben wir eine Wahl.
Wir können uns fragen: Wie weit trifft er auf mein Leben zu? Trägt er mich, oder behindert er mich?
Manche Gedanken und Strategien mögen früher nützlich gewesen sein, mindern aber jetzt die Lebensqualität, bremsen uns und hindern uns daran, uns in die gewünschte Richtung zu bewegen.